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Am Tourismuscamp 2016 in Arosa

Vom 17. – 18. November fand in Arosa das Tourismuscamp 2016 statt.  Wir haben dort teilgenommen, weil wir eine Brücke schlagen möchten zwischen elektronischen Kassensystemen und den Herausgebern von diversen Pässen und Tourismus-Karten wie etwa dem Schweizer Museumspass, der Raiffeisen-Card oder dem SwissPass der SBB.  Viele dieser Pässe sind heute nicht oder nur schwer elektronisch verarbeitbar, oder sie setzen separate Erfassungsgeräte voraus.  Dabei liesse sich das alles im Kassensystem integrieren, wenn die Beteiligten zusammenspannen und das auch wollen.  Also ab nach Arosa ans Tourismuscamp.

Der Langwieser Viadukt im Schanfigg.

Heute existiert eine Vielzahl nationaler und regionaler Systeme für vergünstigten Eintritt in ein Museum, Zoo etc. Bekannte Vertreter sind der schweizerische Museumspass oder die Raiffeisen-Card. Die verschiedenen Systeme verfolgen unterschiedliche Ziele, mal sind sie Kundenbindungssysteme, mal sollen sie einem Besucher einer Stadt Mehrwert bieten.  Im Endeffekt geht es immer darum, dass ein Besucher günstiger oder gleich ganz kostenlos ein Museum besuchen kann. Von einem gut gemachten und vermarkteten System profitieren Besucher und Museen gleichermassen, bringen diese Systeme bestenfalls doch zusätzliche Besucher.

Leider sind diese Systeme oft in sich geschlossene Insellösungen, was nun mit zunehmender elektronischer Erfassung dieser Karten zu  Problemen an den Kassen in den Museen führt. Insbesondere ist ein negativer Effekt auszumachen:  Die Eintritte mit solchen Karten und Pässen müssen nämlich in der Regel an der Kasse zweimal erfasst werden, einmal im Kassensystem, einmal im proprietären System des Kartenherausgebers. Für einige Systeme sind sogar eigene Erfassungsgeräte notwendig, z.B. das Merkur-System des Museumspass Musées.

Die Herausgeber der Kartensysteme gehen zudem von Annahmen aus, die nicht unbedingt gegeben sind.  So hat es beispielsweise nicht an jedem Kassenplatz einen PC, auf dem Software installiert werden kann oder mit dem man einen Browser bedienen könnte. Aus diesen Gründen ist es wünschens- und erstrebenswert, diese Karten und Pässe direkt in ein elektronisches Kassensystem zu integrieren. Es sollte also möglich sein, die Karten und Pässe direkt an der Kasse zu erfassen und ggF. zu verkaufen, sofern das System einen dezentralen Verkauf vorsieht.

Heute fehlen dafür standardisierte Verfahren, jeder macht etwas eigenes.  Wir wollen hier versuchen, ein Verfahren zu entwickeln, das für verschiedene Systeme funktionieren kann und die Ansprüche aller Beteiligten berücksichtig und letztendlich von den Herstellern von Kassensystemen auch umgesetzt werden kann.

Am Tourismuscamp 2016 in Arosa bot sich uns die Gelegenheit, direkt mit den Vertretern einiger Karten-Systeme in einem Workshop das Thema in entspannter und sehr konstruktiver Athmosphäre anzugehen.  Die Thematik haben wir unter ganz verschiedenen Aspekten beleuchtet. Dabei haben wir versucht, die unterschiedlichen Ansprüche und Anforderungen aller beteiligten Parteien, d.h. Kartenherausgeber, Museum, Hersteller der Kassensoftware usw. zu eruieren.  Nun reicht ein 45 minütiger Workshop natürlich nicht, dieses komplexe Thema erschöpfend zu bearbeiten, weshalb wir eine informelle Arbeitsgruppe gegründet haben, die das Thema demnächst an einem weiteren Treffen vertiefen soll.